Gegen den „TDDZ“ in Dortmund

Beschluss der Landesvollversammlung vom 05. bis 06. Dezember 2015 in Leverkusen

Linksjugend [’solid] NRW beteiligt sich an der Mobilisierung gegen den sogenannten „Tag der deutschen Zukunft“, den Neonazis der Partei „Die Rechte“ am 4. Juni 2016 in Dortmund organisieren wollen. Mit 300€ finanziert der Landesverband Flyer und Aufkleber mit einem eigenen linken Aufruf von Linksjugend [’solid] NRW. Diese werden von der Basisgruppe Dortmund in Absprache mit dem Landessprecher:innen-Rat (LSPR) erstellt und dem Landesverband Anfang nächsten Jahres zur Verfügung stehen. Mit 200€ unterstützt der Landesverband das antifaschistische Bündnis BlockaDO.

Darüber hinaus prüft der LSPR, ob es möglich ist, in einigen Orten linke Mobilisierungsveranstaltungen gegen den TddZ zu unterstützen. Entsprechende Termine und der Aufruf sollen über die Homepage und Social Media verbreitet werden.
Alle Basisgruppen sind aufgerufen, sich nach Möglichkeit an den Gegenprotesten und Blockaden gegen den bundesweiten Naziaufmarsch zu beteiligen.

An den Bundeskongress werden wir den Antrag stellen, dass der Bundesverband zu den Protesten aufruft, sich an der Mobilisierung beteiligt und die Proteste finanziell unterstützt.

Solidarität mit Bochumer Genoss:innen

Beschluss der Landesvollversammlung vom 05. bis 06. Dezember 2015 in Leverkusen

Am 2. Juli waren drei Genoss:innen unseres Jugendverbandes im Bundestag um den Widerstand gegen die 1. Asylrechtsverschärfung in diesem Jahr deutlich zu machen.
Dazu hatten sie ein mittlerweile recht bekanntes Transparent mit der Aufschrift „Wer nicht ertrinkt, wird eingesperrt. Bei Flüchtlingen greifen wir hart durch. IhreBundesregierung“mitgenommen.Nach dem Redebeitrag eines SPD-Politikers zur Debatte standen sie mit dem Transpi auf und riefen 2x den Sprechchor: „Kein Mensch ist illegal, Bleiberecht überall!“
Kurz darauf wurden siemit massiver Gewalt seitens der Security aus dem Plenarsaal entfernt und ca. 2 Stunden lang unten im Bundestagsgebäude von der Polizei verhört. Sie verweigerten die Aussage.Die Staatsanwaltschaft Essen sowie die Staatsanwaltschaft Berlin erheben nun Anklage gegen die betroffenen Genoss:innen aus fadenscheinigen juristischen Gründen. Mal wird den Genoss:innen Hausfriedensbruch vorgeworfen, in einem anderne Fall lautet der Vorwurf nur, dass die Bundestagssitzung unterbrochen wurde.
Unabhängig von der juristischen Bewertung der Sachlage erklären wir unserevolle Solidarität mit den angeklagten Genoss:innen! Solidarität mit Geflüchteten ist legitim, nicht kriminell!
Sobald die Höhe der Strafe feststeht werden wir, abhängig von unseren Möglichkeiten, einen Teil oder die komplette Summe tragen.

System Change not Climate Change!

Beschluss der Landesvollversammlung vom 05. bis 06. Dezember 2015 in Leverkusen

Solidarität mit Klimaprotesten! Für Fortschritt und Nachhaltigkeit!

Für kurzfristige Profite wird unser Planet ausgeblutet. Immer größere Erdteile werden für den Menschen unbewohnbar. Die Geschwindigkeit nimmt dabei drastisch zu. Durch ein Ansteigen des Meeresspiegels sowie verstärkt auftretende Wetterextreme (Fluten, Stürme, Dürren, …) wird der menschengemachte Klimawandel Fluchtursache Nummer eins.

Dagegen richtet sich Widerstand. Angefangen von direkten Kämpfen in betroffenen Regionen bis hin zu internationalen Kampagnen haben wir in den letzten Jahren Beeindruckendes gesehen. Wir müssen reflektieren, dass wir als sozialistischer Jugendverband dabei keine nennenswerte Rolle gespielt haben.

Am Wochenende des 28. und 29.11. sind international fast 800.000 Menschen in weltweit 2300 Städten auf die Straße gegangen. Das war die größte Mobilisierung gegen Umweltzerstörung in der Geschichte des Menschen. Und das vor dem Hintergrund der Terroranschläge von Paris, die zum landesweiten Ausnahmezustand und zum Verbot sämtlicher Proteste anlässlich des COP21-Treffens führten (COP21: UN-Klimakonferenz).

Und auch in NRW gibt es beeindruckende Mobilisierungen. Im Sommer legten über 1000 Aktivist:innen unter dem Motto „Ende Gelände“ einen Tag lang den Betrieb im Tagebau Garzweiler zwischen Aachen und Köln lahm. Seit Jahren wehren sich dort Aktivist:innen mit Besetzungen und direkten Aktionen gegen die Zerstörung des Hambacher Forsts und gegen Braunkohleverstromung.

Solche Proteste werden von großen Konzernen als direkte Bedrohung ihrer Milliardenprofite gesehen – zurecht. So werden Aktivist:innen mit Repressionswellen überzogen. In Paris wurden Demonstrant:innen, die trotz Ausnahmezustand protestierten, mit Tränengas eingedeckt. Die Ende Gelände-Teilnehmer:innen wurden mit Gewalt empfangen und haben jetzt mit einer Klagewelle zu kämpfen. Aktivist:innen der Hambacher Forst-Besetzungen wurden schon oft von privaten Securities ebenso wie von der Polizei schwer misshandelt. Immer wieder werden Menschen in den Knast gesteckt.

Wir zollen all diesen Menschen unseren Respekt. Sie tun das Richtige. Natürlich fordern wir ein Ende der Repression und die sofortige Freilassung aller Geknasteten Aktivist:innen. Unsere Genoss:innen rufen wir zur Solidarität auf. Das kann heißen, Veranstaltungen mit Aktivist*innen zu organisieren, in LINKE und Gewerkschaften für das Thema zu sensibilisieren, Spenden zu sammeln, sich an Protesten gegen Repression oder natürlich an den eigentlichen Aktivitäten zu beteiligen. Dabei dürfen nicht die Beschäftigten der Energiekonzerne zu Feindbildern werden, die sich aus Angst vor Arbeitslosigkeit auch schon für die Beibehaltung der Braunkohleförderung mobilisieren ließen. Durch geduldige Überzeugungsarbeit und Forderungen, die ihnen gute Jobs beispielsweise im Bereich der erneuerbaren Energie garantiert, kann die Bruchlinie zwischen Umweltschutzbewegung und Gewerkschafter:innen überwunden und diese Menschen als Verbündete gewonnen werden.

Angesichts rassistischer Mobilisierungen, immer mehr Kriegsherden und vielen weiteren Problemen können wir den Kampf gegen die Klimazerstörung nicht zu unserem Schwerpunkt erklären. Wir werden uns aber künftig stärker an Mobilisierungen beteiligen.

Dabei geben wir sozialistische Antworten, die so dringend gebraucht werden. Wir lehnen die Vorstellung ab, „wir“ Menschen aus dem globalen Norden würden „den armen Süden“ ausplündern. Ebenso hängen wir nicht der Ideologie an, dass „korrektes“ Konsumverhalten ausreichend wäre, etwas grundlegend zu ändern. Statt diesen individualisierenden Antworten benennen wir die verantwortlichen Profiteure und stellen den gemeinsamen Kampf aller Betroffenen in den Vordergrund. Betroffen sind ebenso die Menschen, deren Heimat überschwemmt, verbrannt oder weggebaggert wird wie die Menschen, die für Lohn für die profitierenden Konzerne arbeiten (müssen). Staat Feinde in Arbeiter:innen zu sehen fordern wir die Enteignung der Energiekonzerne, der Industrie- und Logistikkonzerne sowie der Banken, die diese finanzieren. Unmittelbar muss die Produktion auf nachhaltige, langlebige, ökologisch mindestens neutrale und effiziente Produkte verlagert werden. Die Kontrolle darüber muss gleichermaßen bei Beschäftigten wie bei Verbraucher:innen und Umweltaktivist*innen liegen. Die Produktion muss den Bedürfnissen angepasst werden, immense Überproduktion durch ineffiziente Konkurrenz ist abzuschaffen. Wenn Jobs dabei wegfallen muss den betroffenen Kolleg:innen Ersatz garantiert werden. Alternativ könnte durch Arbeitszeitverkürzung eine allgemeine Entlastung herbeigeführt werden. Mit solchen Maßnahmen kann die Erde den Menschen noch lange eine Existenzgrundlage bieten: Wachstum ohne Zerstörung wäre möglich. Wohlstand für Alle wäre selbstverständlich.

Dazu bleibt eins zentral: So schnell wie möglich den Kapitalismus abschaffen!“

Unterstützung der Kampagne „‚“Wohnen – Bleiben – Fluchtursachen bekämpfen – die Reichen sollen zahlen!“

Beschluss der Landesvollversammlung vom 05. bis 06. Dezember 2015 in Leverkusen

linksjugend [’solid] NRW unterstützt die Kampagne „Wohnen – Bleiben – Fluchtursachen bekämpfen – die Reichen sollen zahlen!“. Hier der Kampagne-Aufruf:

Hunderttausende Menschen fliehen vor Krieg, Armutund Verfolgung nach Deutschland. Hier angekommen, werden sie in Massenunterkünfte gepfercht und ungenügend versorgt. Die Bundesregierung redet von Willkommenskultur, bereitet aber schnellere Abschiebungen vor und befördert weiterhin Fluchtursachen. In dem sie Sozialleistungen kürzt und Geflüchtete gegen Hier Lebende ausspielt, bereitet sie Spaltung vor. Wir müssen angesichts der wachsenden Polarisierung aktiv werden! Mit der Kampagne Wohnen.Bleiben. Fluchtursachen bekämpfen. zeigen wir Perspektiven für einen gemeinsamen Kampf für Wohnraum, gleiche Rechte und eine Bekämpfung von Fluchtursachen auf. Gemeinsam kämpfen wir für:

Wohnen!

  • Dezentrale Wohnungen und registrierungsfreie Notunterkünfte für Geflüchtete! Schutzräume für Frauen! Solange aus logistischen Gründen zentrale Anlaufstellen unvermeidlich sind, müssen alle damit verbundenen Aufgaben in öffentliche Hand.
  • Sofortiger Neubau und günstige Vermietung von 250.000 fehlenden Wohnungen durch ein vom Bund finanziertes 40-Milliarden-Euro Sofortprogramm.
  • Leerstehenden Wohn-, Büro- und Gewerberaum aufdecken, beschlagnahmen und umwandeln! Bezahlbarer Wohnraum für Alle!

Bleiben!

  • Nein zur weiteren Verschärfung des Asylrechts! Nein zu Abschiebungen! Bleiberecht für Alle!
  • Gegen die Unterteilung in Wirtschafts- und Kriegsflüchtlinge! Alle Fluchtursachen anerkennen!
  • Einstellung von ausreichend qualifiziertem und tariflich bezahltem Personal zur Betreuung und Versorgung von Geflüchteten; kein Einsatz der Bundeswehr; keine Hürden für Ehrenamtliche!
  • Keine Festung Europa: Frontex abschaffen, legale Einreisen ermöglichen!
  • Gleiche Rechte, Wohnraum, Arbeit, Soziales und Zugang zu Bildung für Alle hier lebenden Menschen und für alle Geflüchteten! Kein Mensch ist illegal!

Fluchtursachen Bekämpfen!

  • Sofortige Beendigung aller Auslandseinsätze der Bundeswehr!
  • Nein zu allen Waffenexporten, Rüstungskonzerne enteignen und Waffenproduktion auf zivile Produktion unter demokratischer Kontrolle der Belegschaften und der Gesellschaft umstellen!
  • Schluss mit der wirtschaftlichen Ausbeutung anderer Länder: Nein zu allen Freihandelsabkommen, Privatisierungs- und Kürzungspolitik von EU, IWF und Weltbank!

Die Reichen sollen zahlen!

  • Als sofortige Maßnahme: 25-prozentige Zwangsabgabe für alle Milliardäre zur Finanzierung aller nötigen Kosten (brächte 170 Mrd. Euro).
  • Für die Einführung einer 10-prozentigen Millionärssteuer auf Vermögen.

Unterstütze die Kampange Wohnen. Bleiben. Fluchtursachen bekämpfen., koordiniert vom BAK Revolutionäre Linke in der linksjugend [’solid]. Organisiere Aktionen gegen Fluchtverursacher, decke Leerstand in deiner Stadt auf und kämpfe gegen Verschlechterungen für Geflüchtete. Verbreite Flugblätter und organisiere Veranstaltungen. Aktiviere und organisiere mehr Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Gemeinsam können wir Rassismus stoppen!

Kein Votum

Beschluss der Landesvollversammlung vom 05. bis 06. Dezember 2015 in Leverkusen

Die Linksjugend [’solid] NRW wird zu den Landtags- und Bundestagswahlen 2017 kein Votum für Jugendkandidat*innen vergeben.